Die Ausrichtung des Hauses

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Die Ausrichtung des Hauses – daran sollten Sie denken

Bei der Ausrichtung Ihres zukünftigen Zuhauses denken Sie vielleicht zuerst an die Terrasse, auf der Sie schon morgens oder erst im Laufe des Tages in der Sonne sitzen möchten. Die Ausrichtung spielt aber auch bei den Zimmern eine Rolle. Hier deshalb einige Tipps, worauf Sie bei der Auswahl des Grundstücks und der Planung Ihres Eigenheims denken sollten.

Mit dem Licht und der Wärme der Sonnenstrahlen senken Sie die Energiekosten

Sonnenstrahlen, die durch die Fensterscheiben fallen, erwärmen ein Zimmer und reduzieren dadurch die Heizkosten. Sie können im Frühling und im Herbst das Einschalten der Heizung sogar überflüssig machen und die Heizperiode verkürzen. Gleichzeitig machen sie einen Raum lichtdurchflutet. Dies steigert das Wohlbefinden und senkt die Stromkosten, weil Sie seltener eine künstliche Beleuchtung benötigen. Diese beiden Effekte sind in Räumen wie dem Wohnzimmer, dem Esszimmer oder der Wohnküche, in denen Sie sich länger aufhalten, besonders deutlich spürbar. Sie lassen sich durch große oder vielleicht sogar bodentiefe Fenster nochmals verstärken.

Elegantes Wohn- und Esszimmer © Apart Foto, stock.adobe.com
Nach Süden ausgerichtete Wohnräume mit großen Fenstern sind lichtdurchflutet © Apart Foto, stock.adobe.com

Möglicherweise sind Ihnen andere Zimmer jedoch wichtiger, weil Sie beispielsweise lieber in einem Wintergarten als in einem Wohnzimmer sitzen. Generell gilt daher die Devise, dass die Räume, in denen Sie die meiste Zeit verbringen, das meiste Tageslicht bekommen sollten. Bedenken Sie bei diesem Punkt außerdem, dass die Sonnenstrahlen in die Zimmer auf der Westseite tiefer eindringen als in die Räume auf der Südseite. Weil die Sonne im Westen untergeht, fallen sie in einem stumpferen Winkel auf die Fenster als zur Mittagszeit, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. In einem Zimmer auf der Südseite dringen die Sonnenstrahlen daher oft nur in den Bereich nahe der Fenster. Auf der Westseite können sie dagegen durchaus die gegenüberliegende Wand erreichen.

Hinweis: Der Sonnenverlauf spielt auch bei der Planung von Niedrigenergiehäusern eine wichtige Rolle.
Leeres Appartment © peterschreiber.media, stock.adobe.com
Während des Sonnenuntergangs dringen die Sonnenstrahlen tief in die Räume © peterschreiber.media, stock.adobe.com

Vom Sonnenlicht und der Wärme der Sonnenstrahlen profitieren Sie natürlich nur, wenn die Sonnenstrahlen auf die Fensterscheiben fallen können. Achten Sie bei der Auswahl des Grundstücks deshalb darauf, ob in Südrichtung andere Gebäude oder Bäume stehen. Bäume werden im Laufe der Jahre größer und reduzieren dadurch den Einfall von Licht und Wärme immer stärker.

Befürchten Sie, dass sich Ihr Wohnzimmer in Hitzeperioden zu stark aufheizt, hilft ein Dachüberstand. Er beschattet den Raum in den Sommermonaten, wenn die Sonne hoch am Himmel ihre Bahn zieht. In den Wintermonaten kann wegen des niedrigeren Sonnenstands dagegen trotz Dachüberstand viel Licht und Wärme in das Zimmer dringen. Jalousien helfen natürlich ebenfalls, machen den Raum aber dunkel.

Bevor Sie ein Grundstück kaufen, sollten Sie außerdem einen Blick in den Bebauungsplan der zuständigen Gemeinde werfen. Er könnte Vorgaben zur Hausausrichtung enthalten.

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Die Nordseite – ideal für Abstellräume & Co.

In die Zimmer auf der Nordseite fällt nie ein Sonnenstrahl. Auf dieser Gebäudeseite richten Sie deshalb am besten die Räume ein, in denen Sie sich tagsüber wenig aufhalten. Dies sind in vielen Haushalten die Schlafzimmer und im Besonderen das Elternschlafzimmer. In Kinder- und Jugendzimmern verbringt der Nachwuchs dagegen in der Regel auch tagsüber Zeit. Diese Räume sollten deshalb nicht nach Norden, sondern zum Beispiel nach Osten ausgerichtet sein. Schlafräume auf der Ostseite haben gleichzeitig einen Effekt auf die Psyche, denn die meisten Menschen empfinden es als positiv, wenn beim Aufwachen Sonnenstrahlen in das Zimmer fallen. Eine Ausrichtung der Schlafzimmer nach Osten sorgt daher zumindest an sonnigen Tagen für gute Laune. Gleichzeitig hat sie den Vorteil, dass sich die Schlafzimmer in den Sommermonaten im Laufe des Tages nicht zu stark aufheizen. Noch kühler bleiben aber natürlich Schlafräume auf der Nordseite.

Sonnenaufgang im Bett © hagenschoene, stock.adobe.com
An der Ostseite weckt Sie die Sonne © hagenschoene, stock.adobe.com

Der Eingangsbereich, die Treppe in das obere Geschoss, ein Hauswirtschaftsraum und ein Abstellraum, der oft ohnehin kein Fenster besitzt, dürfen ebenfalls ruhig auf der Nordseite liegen. Gleiches gilt für das Badezimmer und ein Gäste-WC. Selbst die Küche kann nach Norden ausgerichtet sein, denn sie heizt sich beim Kochen und Backen von allein auf. Sie wird jedoch auch gern an der Ostseite eingerichtet, um schon beim Frühstück die ersten Sonnenstrahlen zu genießen.

Tipps für das Home-Office und den Hobbyraum

Arbeiten Sie im Home-Office, steigert Tageslicht die Konzentrationsfähigkeit. Zu viel Sonne ist bei beruflichen Tätigkeiten allerdings schnell störend und kann Sie zum Beispiel bei der Arbeit am Bildschirm blenden. Ein häusliches Arbeitszimmer sollte deshalb besser auf der Ost- oder der Westseite eingerichtet werden. Stören kann zu viel einfallendes Sonnenlicht außerdem in einem Hobbyraum und in einem Fitnessraum, in dem Ihnen durch die Bewegung ohnehin schnell warm wird. Für die Ausübung von Hobbys sind zudem oft künstliche Lichtquellen erforderlich. Selbst auf reichlich Tageslicht können Sie daher in vielen Fällen verzichten.

Frau arbeitet und telefoniert im Arbeitszimmer © Kevin Sloniecki, stock.adobe.com
Das perfekte Home-Office ist hell, aber nicht sonnig © Kevin Sloniecki, stock.adobe.com

Terrassen und Balkone – auf der Süd- oder Westseite schön sonnig

Damit Sie auf Ihrer Terrasse Sonne tanken können, sollte diese nach Süden oder Westen ausgerichtet sein. Eine Terrasse an der Südseite kann sich im Sommer allerdings stark aufheizen. Viele Hauseigentümer bevorzugen deshalb eine Terrasse an der Westseite, auf der sie nach der Arbeit die letzten Sonnenstrahlen genießen. Gleiches gilt für Balkone. Auch bei der Ausrichtung der Terrasse oder des Balkons sollten Sie jedoch Ihre persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Möglicherweise sitzen Sie grundsätzlich lieber im Schatten oder würden gern auf einer sonnigen Terrasse frühstücken. Alle in diesem Ratgeber genannten Tipps sind daher nur eine Hilfestellung.

Die Aussicht spielt bei der Frage, ob Sie sich auf Ihrer zukünftigen Terrasse wohlfühlen werden, ebenfalls eine Rolle. Ideal ist ein Blick ins Grüne wie zum Beispiel in den eigenen Garten. Ebenso wichtig ist die Privatsphäre, denn kaum jemand möchte sich auf der Terrasse von Nachbarn und Passanten beobachten lassen.

Terrasse mit Garten im Sommer © mariesacha, stock.adobe.com
Auf der Terrasse wünschen sich die meisten Menschen Sonne © mariesacha, stock.adobe.com

Besonders wichtig für Selbstversorger: Sonne im Garten

Pflanzen benötigen zumindest etwas Sonne. Im Bereich der Zierpflanzen finden Sie jedoch auch Gewächse, die mit wenig Licht auskommen. Möchten Sie einen Gemüse- oder Obstgarten anlegen, ist ausreichend Sonne für eine gute Ernte allerdings wichtig. Denken Sie hierbei daran, dass ein Gemüsegarten hinter dem Haus vom Gebäude zeitweise beschattet wird.

Solardach auf einem Einfamilienhaus reflektiert die Sonne © Smileus, stock.adobe.com
Solarenergie spielt bei der Stromversorgung in Neubauten eine immer größere Rolle © Smileus, stock.adobe.com

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Ideal für die Photovoltaikanlage: ein nach Süden ausgerichtetes Dach

Möchten Sie Ihr Dach mit Kollektoren für eine Photovoltaikanlage oder eine Solarthermie-Anlage ausstatten, ist die Ausrichtung des Dachs von größter Bedeutung. Die meiste Solarenergie gewinnen Sie auf einer nach Süden ausgerichteten Dachfläche. Möchten Sie das Dachgeschoss ausbauen oder sich diese Option zumindest offen halten, ist eine Dachfläche, die nach Süden zeigt, ebenfalls ideal. Auf sie fällt reichlich Licht, sodass durch ein großes Dachflächenfenster ausreichend Licht in das Dachgeschoss strömt.

Ausrichtung und Neigung einer Solaranlage
Ausrichtung und Neigung einer Solaranlage

Die Fenster: auf der Südseite größer als auf der Nordseite

Selbst durch eine hochwertige Verglasung geht eine gewisse Menge Wärme verloren. Ganz allgemein gilt daher die Regel, dass die Fenster auf der Nordseite kleiner als die Fenster auf der Südseite sein sollten. Möglicherweise können Sie auf der Nordseite sogar komplett auf Fenster verzichten und dort eine Garage an das Haus anschließen lassen. Berücksichtigen Sie bei der Planung der Fenster außerdem die Wetterseite. Aus dieser Himmelsrichtung – größtenteils Westen – weht der Wind Regen und andere Niederschläge gegen Ihr Haus. Fenster auf der Wetterseite sind daher schnell schmutzig und verursachen umso mehr Arbeit, je größer sie sind.

Bau von Fertighäusern © Zauberhut, stock.adobe.com
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