Den Grundriss planen – 11 Tipps für angehende Bauherren

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An der Planung Ihres Eigenheims möchten Sie sich vielleicht aktiv beteiligen. Hierbei helfen Ihnen Online-Tools, die Sie in vielen Fällen kostenlos nutzen dürfen. Solch eine Software macht es Ihnen leicht, einen bereits geplanten Grundriss immer weiter zu verändern, bis er schließlich perfekt ist. Papier und Bleistift erfüllen allerdings ebenfalls ihren Zweck. Bevor Sie die Planung in Angriff nehmen, möchten wir Ihnen jedoch einige Hinweise mit auf den Weg geben.

  1. Vorgaben eines Bebauungsplans beachten

    Die Vorschriften aus einem Bebauungsplan können all Ihre Pläne zunichtemachen. Besitzen Sie bereits ein Grundstück oder haben Sie eines ins Auge gefasst, sollten Sie daher als Erstes einen Blick auf den Bebauungsplan werfen. Er kann zahlreiche Vorgaben wie zum Beispiel die maximale Anzahl der Geschosse oder auch die vorgeschriebene Dachform enthalten. Ausnahmen werden eher selten und nur unter bestimmten Umständen genehmigt. Sie erleichtert sich daher das Leben, wenn Sie bei der Planung alle Vorschriften berücksichtigen.

  2. Grundriss einer Wohnung zeichnen © Kaesler Media, stock.adobe.com
    Mit Lineal und Bleistift bringen Sie Ihre ersten Ideen auf Papier © Kaesler Media, stock.adobe.com
  3. Inspirationsquellen nutzen

    Auf den Internetseiten von Fertighausanbietern sowie in deren zumeist kostenlosen gedruckten Hausbaukatalogen, die Sie auf Anforderung zugeschickt bekommen, finden Sie zahlreiche Grundrisse. Sie sind eine gute Inspirationsquelle für Ihre eigene Planung. Nutzen Sie außerdem die Möglichkeit, sich Musterhäuser anzuschauen und merken Sie sich die Details, die Ihnen bei den einzelnen Häusern gefallen beziehungsweise nicht zusagen. Auch Ihre derzeitige Wohnung ist eine gute Grundlage für die Planung. Dort gibt es vermutlich Räume, die Ihnen zu klein oder zu groß sind sowie positive oder negative Details. Kleinigkeiten werden im Zuge eines Hausbaus schnell vergessen. Notieren Sie Ihre Wünsche deshalb am besten.

  4. Das Haus zur Sonne ausrichten

    Die Ausrichtung des Hauses spielt bei der Nutzung von Tageslicht eine entscheidende Rolle. Zimmer, in denen Sie sich tagsüber am häufigsten aufhalten, sollten das meiste Tageslicht bekommen. Dort profitieren Sie gleichzeitig am meisten von der Wärme der Sonnenstrahlen, die in den Wintermonaten Ihre Heizkosten reduziert. Weniger stark genutzte Räume wie das Bad, das Gäste-WC und eine Abstellkammer platzieren Sie deshalb am besten auf der Nordseite. Wie groß die einzelnen Räume sein sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Nicht zu groß und nicht zu klein – die optimale Größe der Zimmer“.

    Denken Sie bei der Ausrichtung auch an den Balkon und die Terrasse und überlegen Sie, zu welcher Tageszeit Sie dort sitzen möchten. Bei diesen Gebäudeteilen spielt die Aussicht aber ebenfalls eine Rolle, denn ein Blick in den Garten ist weitaus schöner als einer auf die Straße. In welche Himmelsrichtung die Dachflächen weisen, ist wichtig, wenn Sie die Anschaffung einer Photovoltaikanlage planen.

    Terrasse mit Garten im Sommer © mariesacha, stock.adobe.com
    Die Terrasse sollte ein sonniges Plätzchen sein © mariesacha, stock.adobe.com
  5. Die alltäglichen Laufwege kurz halten

    Kurze Flure sorgen für entsprechend kurze Laufwege zwischen den einzelnen Zimmern. Sie erleichtern nicht nur die Hausarbeit, sondern machen die Nutzung eines Hauses insgesamt komfortabler. Befinden sich die Flure an einer zentralen Stelle im Gebäude, können Sie die Zimmer rundherum anordnen. Dadurch sind es zum Beispiel nur wenige Schritte von den Schlafzimmern ins Bad.

    Auch die Distanz zwischen Küche und Esszimmer oder einer Essecke im Wohnzimmer sollte möglichst klein sein. Planen Sie einen offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich, helfen Schiebetüren, Gerüche in der Küche zu halten und Gästen den Blick in die gerade benutzte Küche zu verwehren. Essen Sie im Sommer gern im Freien, sollte auch die Terrasse nicht zu weit von der Küche entfernt sein.

  6. Die Grundfläche optimal ausnutzen

    Eine offene Raumgestaltung lässt selbst ein kleines Haus geräumig und großzügig wirken. Verzichten Sie deshalb auf unnötige Innenwände mit Türen. Dadurch wird Ihr Eigenheim gleichzeitig von mehr Tageslicht durchflutet. Nicht zuletzt senken Sie auf diese Weise aber auch die Gesamtkosten.

  7. Moderne helle Wohnung mit offener Küche und Essbereich © Prasanth, stock.adobe.com
    Küche, Ess- und Wohnbereich bilden heutzutage oft eine Einheit © Prasanth, stock.adobe.com
  8. Ein Multifunktionszimmer einplanen

    Ein zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss kann im Laufe der Jahre ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Dort haben Sie kleine spielende Kinder besser im Blick oder Sie verwenden ihn für Hausarbeiten wie Bügeln. Bei Bedarf richten Sie sich ein Home-Office ein oder Sie nutzen ihn mit einem ausklappbaren Sofa als Gästezimmer. Auch ein großer Schrank für die vielen Jacken und Mäntel lässt sich dort unterbringen. Ein Extrazimmer bringt Sie darüber hinaus nicht in Platznot, wenn sich noch einmal Nachwuchs ankündigt. Dann könnte eines der älteren Kinder in das Erdgeschoss umziehen und für das Kleine ein Kinderzimmer in der Nähe des Elternschlafzimmers frei machen. Ebenso könnte ein Multifunktionszimmer das Schlafzimmer Ihres Vaters oder Ihrer Mutter sein, der beziehungsweise die aus Altersgründen nicht mehr allein leben kann.

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  10. Lärmquellen vermeiden

    Gespräche und andere Geräusche können die Nachtruhe Ihrer Kinder stören. Bekommen Sie abends häufig Besuch, sollte sich der Wohnbereich zumindest temporär beispielsweise durch Schiebetüren schließen lassen. Einen noch besseren Schallschutz bietet ein klassisches Wohnzimmer mit Tür. Streit in der Familie lässt sich außerdem durch Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Jedes Familienmitglied möchte sicherlich hin und wieder seine Ruhe.

  11. Schallschutz durch Grundrissoptimierung
    Schallschutz durch Grundrissoptimierung
    Grundriss Haus von oben © KB3, stock.adobe.com
    Ist der Grundriss fertig, können Sie sich über die Möblierung Gedanken machen © KB3, stock.adobe.com
  12. Stau im Bad verhindern

    Eine separate Toilette sollte in einem Familienhaushalt auf jeden Fall vorhanden sein. Der morgendliche Stau vor dem Badezimmer löst sich durch ein zweites Bad weitgehend auf. Es kann aus Kostengründen kleiner und weniger luxuriös sein. Alternativ statten Sie ein Familienbad mit zwei Waschtischen aus und unterteilen es räumlich in mehrere Bereiche. So kann es von mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig und stressfrei genutzt werden.

  13. Badplanung: Darauf ist zu achten
    Badplanung: Darauf ist zu achten
  14. Räume mit Wasseranschluss nah beieinander platzieren

    Das Verlegen von Wasserrohren durch das gesamte Gebäude verursacht hohe Kosten. Zudem erhöht dies in späteren Zeiten das Risiko eines Rohrbruchs und eines Wasserschadens. Küche, Bad und Gäste-WC befinden sich daher im Idealfall im selben Gebäudebereich. So können Sie zum Beispiel das Badezimmer im ersten Geschoss direkt über der Küche oder einem Gäste-WC im Erdgeschoss planen.

  15. Haus im Querschnitt © kiono, stock.adobe.com
    Küche und Bad in derselben Gebäudeecke erleichtern die Wasserversorgung © kiono, stock.adobe.com
  16. Nischen und Schrägen möglichst vermeiden

    Nischen stellen bei der späteren Möblierung des Hauses oft ein Problem dar. Sofern sie nicht einen bestimmten Zweck erfüllen und beispielsweise für einen geräumigen Einbauschrank genutzt werden sollen, ist die Entstehung von Nischen deshalb möglichst zu vermeiden. Auch Dachschrägen schränken die Nutzung ein.

  17. An die Zukunft denken

    Kinder verlassen eines Tages das Haus. Lässt sich die Wand zwischen den Kinderzimmern entfernen, steht Ihnen ein großer Raum für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung. Aus einem großen Zimmer entstehen dagegen durch eine Zwischenwand in der Trockenbauweise bei Bedarf zwei kleine Räume. Eine Einliegerwohnung, die Sie zunächst vermieten, kann in einigen Jahren von Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter bewohnt werden.

    Große, glückliche Familie sitzt auf der Couch unter einem Papierdach und lächelt in die Kamera © JenkoAtaman, stock.adone.com
    Ein Haus mit Einliegerwohnung bietet drei Generationen Platz © JenkoAtaman, stock.adone.com

    Den Keller und den Dachboden können Sie schon beim Bau durch ausreichend große Fenster, eine gute Wärmedämmung und andere Details auf einen späteren Ausbau vorbereiten . Denken Sie außerdem an das Thema Barrierefreiheit und reduzieren Sie Stufen und andere Hindernisse auf ein Minimum. So lässt sich das Haus leichter barrierearm oder barrierefrei umbauen, wenn Sie alt geworden sind oder eines Ihrer Elternteile bei sich aufnehmen möchten. Alternativ planen Sie Ihr Eigenheim von vornherein barrierefrei.

    Barrierereduziertes Haus © Angela Stolle, stock.adobe.com
    Barrierereduziertes Haus © Angela Stolle, stock.adobe.com
Familie sitzt lächelnd auf dem Boden mit Dach aus Pappkarton © drubig-photo, stock.adobe.com
Die Hausgröße

An diese Punkte sollten Sie bei der Festlegung denken Ihr neues Eigenheim soll Ihnen ausreichend Platz bieten, aber auch nicht… weiterlesen

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