Die Baustelleneinrichtung

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Optimale Voraussetzungen für den Hausbau

Unter dem Begriff Baustelleneinrichtung werden alle Tätigkeiten zusammengefasst, durch die ein Grundstück auf den anschließenden Hausbau vorbereitet wird. Ohne Strom und Wasser lassen sich viele Arbeiten nicht ausführen und auch für den Schutz aller Menschen, die sich auf oder in der Nähe der Baustelle aufhalten, muss gesorgt sein. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Vorkehrungen. Im Folgenden deshalb ein Überblick, welche Maßnahmen eine Baustelleneinrichtung umfasst.

Wer richtet die Baustelle ein?

Beim Bau von Einfamilienhäusern übernimmt meist ein Unternehmen die Baustelleneinrichtung. In diesem Fall ist sie häufig im Preis für das Haus bereits enthalten. Grundsätzlich können Sie Ihr Grundstück aber auch selbst auf den Hausbau vorbereiten. Dies ist allerdings eine recht umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe, denn Sie müssen mit Vertretern sämtlicher Gewerke von den Maurern bis hin zu den Installateuren sprechen und für alle optimale Arbeitsbedingungen schaffen. Auch die Beschaffung von Mietgeräten kann erforderlich sein. Unterstützung bei der Baustelleneinrichtung in Eigenleistung bieten Baubegleiter, Bauherrenvertreter und Baukoordinatoren. Darüber hinaus stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine Checkliste zur Verfügung.

Damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Albtraum wird, sollten zukünftige Bauherren sich vorab immer über mögliche bestehende Baulasten informieren © marcus_hofmann, stock.adobe.com
Bevor der Hausbau beginnen kann, muss die Baustelle eingerichtet werden © marcus_hofmann, stock.adobe.com

Was gehört zu einer Baustelleneinrichtung?

Der Umfang einer Baustelleneinrichtung hängt von zahlreichen Faktoren wie der Größe des Grundstücks und des geplanten Gebäudes ab. Gewisse Vorkehrungen sind jedoch immer erforderlich.

  1. Erreichbarkeit

    Damit Fahrzeuge aller Art bis hin zu großen Lkws, die Baustoffe anliefern, das Grundstück erreichen können, muss häufig von der nächstgelegenen Straße ein Transportweg angelegt werden. Er mündet in eine Baustellenzufahrt. Damit große Fahrzeuge die Baustelle wieder verlassen können, kann zusätzlich eine Durchfahrt- oder eine Wendemöglichkeit vonnöten sein.

  2. Baggerarbeiten, Erdarbeiten in Neubausiedlung © U. J. Alexander, stock.adobe.com
    Auf kleinen Grundstücken ist das Manövrieren großer Baumaschinen schnell eine Herausforderung © U. J. Alexander, stock.adobe.com
  3. Sicherheit

    Ein Bauzaun mit Hinweisschildern hält Unbefugte von der Baustelle fern und schützt zumindest ein wenig vor Diebstählen. Ausgewiesene Fluchtwege müssen ein schnelles Verlassen der Baustelle ermöglichen und eine Erste-Hilfe-Ausstattung ist ebenfalls Pflicht. Zudem ist sicherzustellen, dass die Zufahrt immer frei ist, damit Sanitäter, Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte bei Bedarf schnell eingreifen können. Zum Bereich Sicherheit gehören außerdem eine ausreichende Beleuchtung, der Schutz von Stromkabeln und anderen Leitungen sowie der Brandschutz.

    Hinweis: Gemäß § 3 der Baustellenverordnung ist der Bauherr beziehungsweise die Bauherrin für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz auf der Baustelle verantwortlich. Selbst wenn Sie die Baustelleneinrichtung abgeben, sind Sie daher verpflichtet, bei offensichtlichen Sicherheitsmängeln einzuschreiten.
  4. Warnschild, Betreten der Baustelle verboten © Gundolf Renze, stock.adobe.com
    Das Thema Sicherheit spielt auf Baustellen eine besonders große Rolle © Gundolf Renze, stock.adobe.com
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  5. Lager-, Stell- und Arbeitsflächen

    Für die angelieferten Baumaterialien ist ein Lagerplatz erforderlich. Er befindet sich beim Hausbau häufig im Freien, muss durch seinen tragfähigen Untergrund jedoch gewährleisten, dass große Stapel Baustoffe bis zu ihrer Verarbeitung sicher stehen bleiben. Weitere Stellflächen benötigen Sie für Maschinen wie den Betonmischer, eine Betonpumpe oder auch einen Kran. Zusätzlich sind oft Baugerüste erforderlich. All diese großen Maschinen und Geräte müssen auf die Baustelle gebracht und aufgestellt sowie nach Beendigung der Arbeiten wieder abgebaut und entfernt werden. Manche sind nur in einer bestimmten Bauphase vonnöten. Eine Baustelleneinrichtung verändert sich daher in der Regel im Laufe der Zeit.

    Werkzeuge und kleine Elektrogeräte sollten einen Platz in einem geschlossenen Lagerraum bekommen, sofern sie nach getaner Arbeit auf der Baustelle verbleiben. Dieser Raum kann gleichzeitig der Lagerung von Bau- und Hilfsstoffen in kleineren Verpackungseinheiten dienen.

    In ausgewiesenen Arbeitsbereichen erfolgt die Bearbeitung der Baumaterialien wie zum Beispiel der Zuschnitt. Auch dort werden oft Maschinen aufgestellt, die den Platzbedarf erhöhen.

  6. Angebrochene Palette mit Ziegeln © Otmar Smit, stock.adobe.com
    Bis zu ihrer Verarbeitung benötigen Baustoffe einen Platz © Otmar Smit, stock.adobe.com
  7. Wasser- und Stromversorgung

    Die Stromversorgung kann auf einer Baustelle über einen bereits vorhandenen Anschluss an das Stromnetz oder über einen Baustromkasten des regionalen Versorgers erfolgen. Benötigen Sie einen Baustromkasten, sollten Sie frühzeitig einen Antrag stellen. Eine mögliche Alternative ist die Stromerzeugung mithilfe von Generatoren. Die Wasserversorgung lässt sich ebenfalls über einen vorhandenen Anschluss an das öffentliche Netz oder einen zuvor beantragten Bauwasseranschluss gewährleisten.

    Tipp: Ein Aushang mit den Telefonnummern der Versorger ermöglicht es den Bauarbeitern, bei Problemen sofort Kontakt mit ihnen aufzunehmen.
  8. Baustromkasten auf einer Baustelle © petertadsen, stock.adobe.com
    Die Aufstellung eines Baustromkastens müssen Sie rechtzeitig beantragen © petertadsen, stock.adobe.com

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  9. Toiletten

    Die Bauarbeiter benötigen eine Toilette. Sie freuen sich zudem über einen Bauwagen oder einen Aufenthaltscontainer, in dem sie ihre Pausen verbringen können und bei schlechtem Wetter geschützt sind. Der Bauwagen beziehungsweise Container kann gleichzeitig als Baustellenbüro dienen.

  10. Baustelle mit Bauwagen © Herb, stock.adobe.com
    Ein Bauwagen ermöglicht den Arbeitern erholsame Pausen © Herb, stock.adobe.com
  11. Entsorgung

    Die Entsorgung von Abfällen erfolgt über Sammelbehälter wie Container, die bei Bedarf geleert und wieder aufgestellt werden.

    Neben den genannten können weitere Maßnahmen wie zum Beispiel ein Schutz der Bäume auf dem Grundstück oder eines nahegelegenen Gewässers erforderlich sein. Zudem benötigen Sie eine behördliche Genehmigung, wenn Sie bei bestimmten Arbeiten den Gehweg oder die Straße mitbenutzen. Beginnt der Hausbau erst spät im Jahr, muss zudem rechtzeitig für einen besseren Witterungsschutz gesorgt werden. In diesem Fall brauchen Sie auch meist eine Winterbeheizung, damit die Arbeiten fortgesetzt werden können und der Rohbau bei Frost keinen Schaden nimmt.

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Für eine zügige Umsetzung: der Baustelleneinrichtungsplan

Um alle erforderlichen Maßnahmen in einer sinnvollen Weise durchführen zu können, erstellt ein Unternehmen, das die Baustelleneinrichtung übernimmt, für gewöhnlich einen Baustelleneinrichtungsplan. Hierbei handelt es sich um eine maßstabsgetreue Zeichnung, auf der eingezeichnet wird, an welchen Stellen die einzelnen Einrichtungen wie zum Beispiel die Abfallcontainer stehen sollen. Eine gut durchdachte Baustelleneinrichtung erleichtert und beschleunigt den nachfolgenden Hausbau. Zudem verhindert sie unnötige Tätigkeiten wie das Umsetzen von Baustoffstapeln, weil sie bei der Arbeit im Weg sind.

Bauleiter kontrolliert Baustelle und telefoniert © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
Mit einem perfekt ausgearbeiteten Plan ist die Baustelle schnell eingerichtet © contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Wie viel kostet eine Baustelleneinrichtung?

Sofern die Baustelleneinrichtung nicht Bestandteil eines Komplettpreises für das gesamte Haus ist, sollten Sie für die Vorbereitung des Grundstücks fünf bis zehn Prozent der Baukosten einplanen. Bei einem Haus, für das Sie 200.000 Euro zahlen, wären dies 10.000 bis 20.000 Euro. Wie bereits erwähnt, hängen die erforderlichen Maßnahmen und damit auch die Kosten jedoch von vielen Faktoren ab. Gleiches gilt für die Zeit, die sämtliche Vorbereitungen in Anspruch nehmen. Etwa drei Wochen sollten in den meisten Fällen jedoch reichen.

Wer gerade erst seine eigenen vier Wände gebaut hat, will an mögliche Mängel keinen Gedanken verschwenden. Spätestens ein halbes Jahr vor Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist sollten Sie aber einen extra gründlichen Check machen und alle Mängel dokumentieren © MQ-Illustrations, stock.adobe.com
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