Vom ersten Entwurf bis zur Schlüsselübergabe
Wer ein Haus bauen will, muss langfristig planen. Das gilt für die Finanzierung, wie auch für die Dauer des Hausbaus. Beides hängt nämlich eng zusammen: Je länger geplant und gebaut wird, umso teurer wird das Bauprojekt. Grundsätzlich sollten Sie jedoch von ein bis zwei Jahren ausgehen und entsprechend vorausschauend planen. Wie lange es von der ersten Planungsidee bis zur Fertigstellung und zum Einzug dauert, ist von verschiedenen Aspekten abhängig. Welche das sind und mit welcher Bauzeit Sie rechnen müssen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

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Die Bauphasen beim Hausbau
Der komplette Hausbau lässt sich in vier Phasen unterteilen. Jede dieser Phasen hat unterschiedliche Schwerpunkte und auch spezifische Herausforderungen.
1. Planungsphase
Die Auswahl des Grundstücks, die Erstellung der Baupläne sowie die Klärung offener Fragen und die Einholung der erforderlichen Genehmigungen gehören zur Planungsphase. Teil dieses Abschnitts der Hausplanung ist weiterhin die Einreichung des Bauantrags sowie die Vergabe der Leistungen an Bauunternehmen und Handwerker. Besondere Schwerpunkte liegen auf folgenden Faktoren:
- Festlegung des Architekturstils sowie des Hausdesigns
- Statische und technische Bauplanung
- Kostenplanung
- Bauantrag und Baugenehmigung
- Ausführungsplanung
- Leistungsverzeichnis
- Einholung von Angeboten
- Vergabe der Bauleistungen
Dauer der Planungsphase: vier bis neun Monate

2. Rohbauphase
Die Rohbauphase umfasst die Einrichtung der Baustelle, Erdarbeiten, die Erstellung von Fundament und Bodenplatte, bzw. Keller sowie die Errichtung des Rohbaus bis zum Aufstellen der Dachkonstruktion. Sie endet mit dem Richtfest. In der Rohbauphase sind folgende Aspekte besonders wichtig:
- Einrichtung der Baustelle
- Vorbereitung des Grundstücks
- Erdarbeiten
- Kellerbau und Fundamentarbeiten/ Bodenplatte
- Aufstellen der tragenden Wände
- Montage der Dachkonstruktion
Dauer der Rohbauphase: ein bis zwei Monate

3. Innenausbau
Der Innenausbau benötigt die meiste Zeit beim Hausbau. Diese Phase beginnt mit der Herstellung des geschlossenen Rohbaus mit Dacheindeckung und eingebauten Fenstern und Außentüren. Installationen, Einbau des Estrichs, Trockenbauarbeiten, Bodenleger- und Malerarbeiten gehören ebenfalls zu dieser Phase, deren letzter Schritt meist der Einbau der Innentüren ist. Wichtig in dieser Bauphase sind folgende Punkte:
- Einbau von Fenstern und Außentüren
- Dämmarbeiten am Dach
- Verputzen der Wände
- Einbau des Estrichs
- Verlegen der Bodenbeläge
- Verkleiden und Streichen der Wände
- Installation der Haustechnik
- Einbau der Innentüren
Dauer des Innenausbaus: sechs bis acht Monate


4. Bauabnahme und Einzug
Die Schlussabnahme des Hauses stellt die letzte Hausbauphase dar. Ihr Bauleiter überprüft alle Leistungen auf ordnungsgemäße Ausführung und stellt Mängel in einem Protokoll fest. Je nachdem, ob eine Mängelbeseitigung erforderlich ist oder ob das Gebäude sofort anstandslos abgenommen werden kann, dauert es unterschiedlich lange, bis endlich der Einzug ins neue Zuhause erfolgen kann.
Dauer der Bauabnahme: eine Woche bis einen Monat

Die genannten Bauphasen gelten für ein Haus in Massivbauweise. Beim Fertighaus ist der Ablauf durch die mehr oder weniger hohe Vorfertigung des Hauses etwas anders. Je nach Konstruktion und Grad der Vorfertigung kann das Wohnhaus bereits nach vier Monaten einzugsfertig sein. Theoretisch: In der Praxis unterscheiden sich die gesamten Bauzeiten bei Massiv- und Fertighausbauweise meist nur geringfügig.

Zeitfresser beim Hausbau und was Sie dagegen tun können
Ein Bauprojekt ist ein komplexes Vorhaben, bei dem viele verschiedene Aspekte und Faktoren hineinspielen. Dies erfordert eine sorgfältige und durchdachte Planung, und zwar nicht nur, wenn es um die Hausplanung selbst geht. Eine gute Projektkoordination berücksichtigt die Zeiträume verschiedener Prozesse und bindet diese in einen realistischen Ablaufplan ein. Dennoch kann es zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommen. Folgende Gründe sorgen besonders häufig dafür, dass der Hausbau länger dauert als geplant:

Genehmigungsprozesse
Mit der Einreichung des Bauantrags läuft für die Behörden eine gesetzlich vorgeschriebene Frist. Je nach Bundesland muss der Antrag innerhalb von zwei bis drei Monaten genehmigt werden; beim vereinfachten Baugenehmigungsverfahren liegt diese Frist bei einem Monat. Voraussetzung dafür, dass die Behörden diese Fristen auch einhalten, ist die Vollständigkeit aller Unterlagen. Müssen spezielle Genehmigungen, zum Beispiel bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn es um naturschutzrechtliche Belange geht, eingereicht werden, kann sich die Zeit bis zur Baugenehmigung unbestimmt verlängern – und damit auch Baubeginn und Fertigstellung.
Witterungsbedingungen
Gebaut werden kann fast bei jedem Wetter. Ausnahmen bilden Starkregen, Schneefall und starker Frost. Besonders Arbeiten im Außenbereich wie zum Beispiel der Rohbau können dann nicht weitergeführt bzw. fertiggestellt werden. Deshalb ist es wichtig, diese Arbeiten so zu koordinieren, dass sie zwischen Frühjahr und Frühherbst stattfinden.
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Lieferengpässe
Kommt es zu Lieferproblemen für Baumaterialien, kann auf der Baustelle Stillstand eintreten. Verantwortlich dafür können Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung, Produktionsprobleme oder Transporthindernisse sein.
Koordinationsprobleme
Die Koordination der Gewerke auf der Baustelle übernimmt der Planer oder Ihr unabhängiger Bauleiter. Kommt es hier zu Fehlern, kann das ebenso zu Bauzeitverzögerungen kommen wie interne Probleme der ausführenden Bau- und Handwerksunternehmen.

Unerwartete Schwierigkeiten
Einige Schwierigkeiten, die die Bauzeit verlängern, lassen sich nicht vorhersehen. Das können Boden- und Grundwasserprobleme sein (deshalb ist es so wichtig, ein Bodengutachten vor Baubeginn erstellen zu lassen), unbekannte Altlasten auf dem Grundstück oder technische Herausforderungen. Auch Firmeninsolvenzen, Unfälle oder Naturkatastrophen gehören zu dieser Art von Zeitfressern, bzw. können – zum Glück eher seltene – Gründe für eine Bauverzögerung sein.


Bewährt und sinnvoll: Das 4-Phasen-Modell
Bei modernen Bauprojekten lässt sich die Bauzeit anhand der Aufteilung nach dem 4-Phasen-Modell gut kalkulieren. In Verbindung mit einer umsichtigen Planung und einem erfahrenen Planer oder Bauleiter können die einzelnen Schritte genau kalkuliert und die veranschlagte Bauzeit eingehalten werden. Unvorhergesehenes kann immer passieren. Deshalb ist es sinnvoll, zeitliche Puffer einzuplanen, um auch auf unerwartete Bauzeitverzögerungen vorbereitet zu sein.
Gewährleistungspflichten beim Hausbau
Mit dem Hausbauprojekt schließen Sie Verträge mit unterschiedlichen Unternehmen wie dem Architekten, einem Bauleiter und natürlich einem oder mehreren Bauunternehmen.… weiterlesen










