Wäsche einfüllen. Programm wählen und starten. Den Rest erledigt die Maschine. Wenn nicht, ist guter Rat gefragt. In diesem Beitrag klären wir, woran es liegen kann und was Sie machen können, wenn die Waschmaschine nicht mehr so schleudert wie gewohnt.

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Liegt die Wäsche nach dem Programmdurchlauf triefnass in der Trommel, läuft es beim Schleudern nicht mehr rund. Das kann mehrere Ursachen haben. Modernere Waschmaschinen zeigen bei einer Störung im Display entsprechende Fehlercodes an. Mithilfe der modellspezifischen Gebrauchsanleitung, die Sie auf den Service-Webseiten der Hersteller kostenlos herunterladen können, oder über eine Internet-Suche unter Angabe des Herstellers und der Modellbezeichnung erfahren Sie, was hinter kryptischen Fehlercodes wie F4 oder E20 steckt.

Grundsatzfrage: Zu starke Unwucht oder zu viel Wasser in der Maschine?
Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob sich vor dem Start oder nach dem Abbruch des Schleudervorgangs (zu viel) Wasser im Laugenbottich befindet. Ist der Pegelstand zu hoch, wird der Schleudergang blockiert.
Pumpt die Maschine nach dem Waschgang wie gewünscht ab, führt häufig eine zu starke Unwucht zum Abbruch des Schleuderprogramms. In diesem Fall geht es primär darum, die Ursache für die Beeinträchtigungen im Rundlauf zu ermitteln.

In der Waschmaschine steht Wasser
Steht in der Trommel der Waschmaschine plötzlich Wasser und wird nicht mehr abgepumpt, muss es nicht gleich etwas Elementares sein.… weiterlesen
1. Inbetriebnahme und Bedienung als mögliche Fehlerursache
- Wascheinheit mit Transportsicherung fixiert
In diesem Fall schleudert das Gerät gar nicht oder die Maschine verursacht im Betrieb starke Vibrationen und laute Geräusche.
Abhilfe: Entfernen Sie die Transportsicherung. Meist müssen Sie dazu einige Schrauben auf der Geräterückseite lösen. Weitere Hinweise finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Modells. - Kippelige Aufstellung
Steht die Maschine nicht richtig, können Schwingungen und Unregelmäßigkeiten während der Trommelbewegungen so stark zunehmen, dass die Unwuchtkontrolle eingreift. Entweder wird der Schleudergang dann abgebrochen oder die Drehzahl reduziert.
Abhilfe: Prüfen Sie, ob Ihre Maschine (noch) stabil und gerade steht. Justieren Sie gegebenenfalls die Standfüße und fixieren Sie die Einstellungen, in dem Sie die Kontermuttern festziehen. - Programm ohne Schleudergang gewählt
Bei Schonprogrammen, die auf besonders empfindliche Textilien wie Seide oder Wolle zugeschnitten sind, verzichten die Hersteller meist auf den Schleudergang. Zudem können Sie über die Einstellungen das Schleudern deaktivieren.
Abhilfe: Anhand der Bedienungsanleitung können Sie überprüfen, ob im gewählten Programm Endschleudern überhaupt vorgesehen ist. Eventuell wurde auch die Schleuderdrehzahl bewusst oder versehentlich zu niedrig gewählt.

2. Unwucht bremst den Schleudergang aus
- Zu starke Knäuelbildung in der Wascheinheit
Befinden sich nur einzelne, große Wäschestücke wie Decken, Jacken oder Bettzeug in der Trommel, können sich während des Programmablaufs nasse, schwere Wäscheknäuel bilden. Über die Unwuchtkontrolle erkennt die Maschine die ungleiche Verteilung der Wäsche und stoppt den Schleudervorgang.
Abhilfe: Waschprogramm abbrechen. Zusätzliche kleinere Wäschestücke wie Handtücher zugeben. Dadurch erreichen Sie eine gleichmäßigere Wäscheverteilung.
Tipp: Störende, große Wäscheknäuel können Sie verhindern, indem Sie Wäschesäcke verwenden oder die Reißverschlüsse bzw. die Knöpfe der Bettwäsche schließen.
- Zu große Waschladung
Heftige Unwuchten können auch auftreten, wenn Sie zu viel Wäsche in die Trommel stopfen.
Abhilfe: Befüllen Sie die Maschine so, dass mindestens eine Handbreit Platz bleibt. Detaillierte Hinweise zu den empfohlenen Füllmengen geben die Hersteller in ihren Bedienungsanleitungen.

Tipp: Ob Ihre Waschmaschine überhaupt noch einwandfrei schleudern kann, lässt sich leicht feststellen. Starten Sie einfach bei leerer Trommel testweise einen Schleudergang mit hoher Drehzahl.
- Defekte Trommelaufhängung
Zusammen mit den Federn halten meist zwei Stoßdämpfer die Wäschetrommel während des Schleudervorgangs im Zaum. Lässt im Lauf der Zeit die Reibungskraft der Stoßdämpfer nach, können Unwuchten vor allem bei hohen Drehzahlen starkes Wackeln und ungewohnte Geräusche verursachen.
Abhilfe: In den meisten Fällen beseitigt der Tausch verschlissener Stoßdämpfer das Problem. Wer über die unverzichtbaren Fachkenntnisse verfügt, kann sich im (Online-)Fachhandel die modellspezifischen Dämpferelemente besorgen und so seine Waschmaschine kostengünstig instandsetzen.
So prüfen Sie die Stoßdämpfer: Öffnen Sie das Bullauge und drücken Sie den Laugenbehälter von Hand kräftig nach unten. Nach dem Loslassen sollte sich die Wascheinheit – ohne Nachschwingen – in ihre Ausgangsposition begeben. Federt die Trommel länger nach, sind die Stoßdämpfer zu leichtgängig und müssen getauscht werden - Sensoren für die Unwuchterkennung streiken
Sind Motor und Antriebsriemen in Ordnung (siehe 5.), können auch defekte Sensoren für die Bewegungserkennung (3G-Sensor) oder die Drehzahlermittlung (Tachogenerator) das Schleudern verhindern. Sie liefern die notwendigen Daten für die Unwuchterkennung.
Abhilfe: Lokalisieren Sie die Lage des Sensors im Innenraum Ihrer Waschmaschine. Dabei helfen häufig die in den Ersatzteil-Shops der Hersteller abgebildeten Explosionszeichnungen weiter. Dort erfahren Sie auch, was ein Original-Ersatzteil kostet. Fachlich versierte Heimwerker können den Austausch selbst durchführen.

3. Wasser in der Maschine blockiert den Schleudergang
Vor dem Schleudern muss die Waschmaschine das Wasser im Laugenbehälter abpumpen. Verbleibt zu viel Wasser in der Maschine, ist die Ablaufpumpe blockiert oder die Abwasserschläuche haben sich zugesetzt.
- Filtereinsatz („Flusensieb“ oder Fremdkörperfalle) verstopft
In dem Filter können sich Münzgeld, Knöpfe und andere Fremdkörper, die beispielsweise in den Hosentaschen der Wäsche vergessen wurden, sammeln.
Abhilfe: Die regelmäßige Reinigung des Filters gehört bei Waschmaschinen zu den routinemäßigen Wartungsarbeiten. Wichtig: Bevor Sie starten, müssen Sie eine flache Auffangschale bereitstellen, mit der Sie das möglicherweise heiße Wasser der Waschmaschine etappenweise auffangen können. Lösen Sie dazu den Filtereinsatz vorsichtig oder öffnen Sie den kurzen Ablaufschlauch neben dem Filter. Pumpt die Maschine nicht ab, können mehrere Liter auslaufen!

- Ablaufpumpe blockiert
Steht das Wasser in der Maschine, kann auch eine defekte Laugenpumpe den Fehler verursachen. Beispielsweise können eingeklemmte Fremdkörper das Flügelrad blockieren.
Abhilfe: Haben Sie das Wasser ohnehin bereits abgelassen und das „Flusensieb“ entnommen, sollten Sie unbedingt auch den Kanal, in den der Filtereinsatz geschraubt ist, und das dahinterliegende Flügelrad der Ablaufpumpe säubern. Schwer zugängliche Fremdkörper entnehmen Sie am besten vorsichtig mit einer Zange oder einem Schraubendreher. Prüfen Sie dann – beispielsweise mit dem Stiel einer Zahnbürste –, ob sich das Flügelrad leicht drehen lässt.

- Schläuche haben sich zugesetzt
Der Ablaufschlauch, der das Brauchwasser in die Hausinstallation ableitet, kann ebenfalls geknickt oder verstopft sein und dafür sorgen, dass ungewollt Wasser in der Waschmaschine bleibt. Gleiches kann auch auf Ablaufschläuche innerhalb der Maschine zutreffen. Hier kommt vor allem der Faltenschlauch, der die Wascheinheit mit der Laugenpumpe verbindet, als Fehlerursache in Betracht.
Abhilfe: Vorausgesetzt, Sie haben das Wasser vollständig abgelassen, können Sie den Schlauch an einem Ende abziehen. Dazu müssen Sie häufig eine mit einer Schraube fixierte Schelle lösen. Entfernen Sie gegebenenfalls auch hier Fremdkörper. Zugesetzte Leitungen spülen Sie mit heißem Wasser durch. Der Zusatz von Spülmittel oder Essig kann die Reinigung erleichtern. Hartnäckige Verstopfungen können Sie mit einem (gebogenen, stumpfen!) Draht oder einer schmalen Bürste lösen. Achten Sie beim Einbau darauf, dass alle Schläuche satt über ihr Gegenstück gezogen sind, fest sitzen und mit den zugehörigen Schellen oder Klammern gesichert sind. In einem Testlauf können Sie das Schlauchsystem auf Undichtigkeiten prüfen. - Drucksensor ist defekt
Liegt es weder an der Ablaufpumpe noch am Schlauchsystem, kommt als mögliche Fehlerursache auch der Drucksensor infrage. Er erkennt den Wasserstand und beeinflusst damit den Wassereinlauf und das Abpumpen.
Abhilfe: Hier gilt dasselbe wie für die Sensoren der Unwuchterkennung. Anhand der Explosionszeichnungen in den Online-Ersatzteil-Shops der Hersteller erfahren Sie, was ein Original-Ersatzteil kostet. Fachlich versierte Heimwerker können den Austausch dieses Bauteils selbst durchführen und sich so die Kosten für einen Servicetechniker sparen.
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5. Antriebseinheit streikt
Motor und Antriebsriemen werden beim Schleudern mit hohen Drehzahlen am stärksten beansprucht. Häufig machen sich dann typische Fehler wie abgenutzte Kohlebürsten des Elektromotors oder ausgeleierte Riemen bemerkbar.
Abhilfe: Dreht sich die Trommel gar nicht mehr oder vor allem beim Schleudern nicht mehr wie gewohnt, sollte der Antriebsriemen, der meist hinter der Rückwand der Waschmaschine platziert ist, überprüft werden. Fachlich versierte Heimwerker können einen ausgeleierten Riemen selbst ersetzen. Gleiches gilt auch für den Tausch der Kohlebürsten in den Motoren älterer Waschmaschinen. Die Erneuerung dieser Verschleißteile setzt den Ausbau des Motors voraus. Auch hier gilt: Wer nicht über die notwendige Qualifikation verfügt oder sich unsicher fühlt, sollte sich bei solchen Reparaturen an einen Kundendienst-Techniker wenden.

6. Ausfall der Steuerelektronik
Scheiden alle anderen, bislang erwähnten Ursachen aus, kann auch ein Fehler in der Steuereinheit den Schleudergang verhindern.
Abhilfe: Da der Austausch einer kompletten Steuereinheit allein schon aufgrund der hohen Ersatzteilpreise meist sehr kostspielig ist, rechnet sich bei älteren Maschinen diese teure Reparatur nur in Ausnahmefällen.
Tipp: Bei einem Schaden innerhalb der Gewährleistung sollten Sie sich an den Fachhändler oder Hersteller wenden. Gesetzlich vorgeschrieben ist hier ein Zeitraum von zwei Jahren ab Kaufdatum. Bei sachgerechter Nutzung werden anfallende Reparaturkosten in der Regel übernommen. Schauen Sie zudem in Ihren Unterlagen nach, ob Sie für Ihre Waschmaschine eine (kostenpflichtige) Garantieverlängerung abgeschlossen haben.
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