HOAI

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Die HOAI – Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

In der HOAI ist verbindlich festgelegt, welche Honorare Architekten und Ingenieure für ihre Leistungen bei Neubau, Umbau und Sanierung abrechnen können. Das gesamte Honorar des Architekten errechnet sich aus zwei grundsätzlichen Faktoren, nämlich der Honorarzone sowie der Höhe der anrechenbaren Kosten.

Energetische Sanierung © Gina Sanders, fotolia.com
Sanierung: Honorar richtig kalkulieren © Gina Sanders, fotolia.com

Das Architektenhonorar nach HOAI – Die Berechnungsfaktoren

Die Honorarordnung der Architekten und Ingenieure dient dazu, für Planungs- und Überwachungsleistungen angemessene Honorare zu ermitteln. Grundlage der Berechnung bilden zwei Hauptfaktoren:

  • Die Honorarzonen bestimmen je nach Aufwandskriterien den Mindest- bzw. Höchstsatz für eine Leistung. Die Einteilung in die einzelnen Zonen erfolgt nach Schwierigkeitsgrad. So ist eine einfache Lagerhalle der Zone I zugeordnet, ein Einfamilienhaus der Zone III oder IV. Handelt es sich bei dem Vorhaben um ein komplexes Bauwerk wie ein Verwaltungsgebäude oder eine Produktionshalle, wird die Honorarzone V angesetzt.
  • Die Höhe der anrechenbaren Kosten umfassen Kosten, die für die Errichtung des Gebäudes, bzw. die Sanierung eines Hauses anfallen. Dazu gehören vollständig die Kosten der Baukonstruktion sowie die nichtöffentliche Erschließung auf dem Grundstück. Daneben gibt es weitere Kosten, die teilweise anrechenbar sind, wie zum Beispiel alle Bauteile und -abschnitte, für die der Architekt auch mit der Planung oder Überwachung beauftragt ist.
Architekt Honorarberechnung: Die Hauptfaktoren für das Honorar
Architekt Honorarberechnung: Die Hauptfaktoren für das Honorar

Nicht anrechenbar sind grundsätzlich Kosten, die nicht unmittelbar mit dem Bauwerk zu tun haben. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Baugrundstück und alle dort anfallenden Arbeiten
  • Die öffentliche Erschließung
  • Einfriedungen und Geländegestaltung
  • Anlagen für Sonderzwecke

Die errechneten Gebührensätze werden dann jeweils auf die erbrachten Leistungen des Architekten oder Ingenieurs umgelegt. Wird der Planer voll beauftragt, dann dient als Richtwert für das Gesamthonorar ein Satz von 10 % der Gesamtkosten.

Tipp: Welche Kosten wie angerechnet werden, ist in der HOAI, § 10 (5) aufgezählt.
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Die Leistungsphasen der HOAI

Die Aufgaben eines Planers sind in der HOAI in 9 Leistungsphasen eingeteilt, die prozentual unterschiedlich in das Honorar einfließen. Die %-Angaben in Klammern stellen die Werte der HOAI 2009 dar, in der aktuellen HOAI 2013 wurden einige Phasen neu bewertet:

LPH 1 Grundlagenermittlung 2 % (alt 3 % )
LPH 2 Vorplanung 7 %
LPH 3 Entwurfsplanung 15 % (alt 11 %)
LPH 4 Genehmigungsplanung 3 %
LPH 5 Ausführungsplanung 25 %
LPH 6 Vorbereitung der Vergabe 10 %
LPH 7 Mitwirkung bei der Vergabe 4 %
LPH 8 Objektüberwachung
(Bauüberwachung oder Bauoberleitung)
32 % (alt 31 %)
LPH 9 Objektbetreuung, Dokumentation 2 % (alt 3 % )
Architektenhonorar: Anteil der 9 Leistungsphasen am Honorar
Architektenhonorar: Anteil der 9 Leistungsphasen am Honorar
Tipp: Die Honorare für Umbauten und Sanierungen sind in der HOAI in einer extra Honorartafel angegeben.

Das Zeithonorar nach HOAI

Abweichend von den Regeln zur Honorarberechnung der HOAI können auch Zeithonorare vereinbart werden (§ 6). Sie werden durch eine Vorabschätzung ermittelt, die erlaubten Stundensätze sind ebenfalls in der Honorarordnung festgelegt und zwar in folgender Höhe:

  • Stundensatz für den Auftragnehmer selbst: 38 Euro bis 82 Euro
  • Stundensatz für technische Mitarbeiter: 36 Euro bis 59 Euro
  • Stundensatz für technische Zeichner: 31 Euro bis 43 Euro
HOAI - Honorarordnung für Architekten © AP, fotolia.com
HOAI – Honorarordnung für Architekten © AP, fotolia.com

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Die Nebenkostenabrechnung

Der Planer darf neben dem Honorar, dass sich für seine Leistungen errechnet, auch Nebenkosten abrechnen. Dabei handelt es sich um Ausgaben, die zur Erfüllung der Leistungen gemacht werden müssen. Zu den Nebenkosten gehören zum Beispiel:

  • Büro- und Portokosten
  • Fernmeldegebühren
  • Kopierkosten
  • Kosten für ein Baustellenbüro inklusive Einrichtung und Betriebskosten
  • Trennungsentschädigungen

Die Abrechnung kann als Pauschale oder per Einzelnachweis erfolgen, dies kann im Vertrag frei vereinbart werden. Gibt es keine schriftliche Regelung, erfolgt die Abrechnung nach Einzelnachweis.

Tipp: Es kann schriftlich ein Ausschluss der Übernahme von Nebenkosten vereinbart werden, auch die Festlegung einer Höchstgrenze ist möglich.

Grundleistungen und besondere Leistungen

Man unterschiedet in der HOAI Grundleistungen und besondere sowie zusätzliche Leistungen. Die Grundleistungen sind nötig, um ein Gebäude ordnungsgemäß zu planen und zu erreichten. Grundleistungen, die thematisch zusammengehören sind jeweils in einer Leistungsphase zusammengefasst, die Honorare für die Grundleistungen sind in der HOAI in den Teilen 2 bis 4 verbindlich geregelt.

Architektenhonorar: Grundleistungen und besondere Leistungen
Architektenhonorar: Grundleistungen und besondere Leistungen

Leistungen, die über die Grundleistungen hinausgehen, werden als besondere Leistungen bezeichnet und gesondert abgerechnet. Dazu gehören alle Leistungen, die nicht grundsätzlich bei jedem Bauvorhaben anfallen. Abrechnen kann der Planer diese Leistungen nur, wenn sie schriftlich vereinbart wurden. Besondere Leistungen können zum Beispiel folgende Aufgaben des Planers sein:

  • Bauvoranfragen
  • Eingriffs- und Ausgleichsplanungen
  • Fluchtwegepläne
  • Darstellung der Baumaßnahme als zeichnerische Perspektive oder im Modell
  • Bestandsaufnahmen
  • Abgeschlossenheitserklärungen
Tipps: Werden nicht alle Teile einer Leistungsphase an den Planer oder Architekten vergeben, dann kann der Auftragnehmer unter Umständen dennoch die ganze Leistungsphase abrechnen. Genaue Absprachen sind hier erforderlich.

Kostenzuschläge bei Umbauten und Sanierungen

Eine Haussanierung stellt andere und manchmal auch höhere Anforderungen an Planung und Ausführung. Deshalb sieht die HOAI hier die Möglichkeit vor, einen Umbauzuschlag zu vereinbaren. Dieser wird anhand des Schwierigkeitsgrades des Vorhabens errechnet und als Prozentsatz des Gesamthonorars angegeben. Im Durchschnitt liegen diese Zuschläge bei 20 bis 33 % für Gebäude und 50 % für Innenräume bezogen auf einen durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad. Wird kein Zuschlag vereinbart, dann gilt ein Zuschlag von 20 % ab einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad als vertraglich festgelegt (HOAI, § 36).

Die Bonus-Malus-Regelung

Um Anreize für kostengünstiges Bauen zu schaffen, gibt es seit der HOAI-Fassung 2009 die sogenannte Bonus-Malus-Regelung. Die Regel sieht vor, dass für Unterschreitungen des Budgets ein Erfolgshonorar bis zu einer Höhe von 20 % vereinbart werden kann, auf der anderen Seite kann eine Überschreitung der festgelegten Kosten zu einem Abzug bis 5 % des Honorars festgelegt werden.

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