Haus sanieren: Kostenfaktoren im Überblick

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Eins ist sicher: Die Sanierung eines Altbaus kann fast so teuer werden wie ein neu gebautes Haus. Welche Investition Sie bei der Haussanierung wirklich tätigen müssen, ist individuell und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Zustand des Hauses, Sanierungsfläche, Standort oder Denkmalschutz. Die genaue Investitionssumme kann erst durch eine gründliche Bestandsaufnahme und eine Entwurfsplanung ermittelt werden. Ganz grob liegen die Kosten für eine Sanierung zwischen 500 und 1.500 Euro/ m² Grundfläche.

Ordner Sanierungskosten © Marco2811, stock.adobe.com
Die Sanierungskosten für ein Wohnhaus setzen sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen © Marco2811, stock.adobe.com

Teil- oder Komplettsanierung?

Entscheidend als Kostenfaktor ist der Umfang der Sanierungsmaßnahmen. Je mehr saniert wird und je stärker die erforderlichen Maßnahmen in die Bausubstanz eingreifen, umso teurer wird es. Ist eine Kernsanierung geplant, können Sie mit Kosten ab 1.000 Euro aufwärts rechnen. Reduzieren lässt sich diese Zahl durch Eigenleistungen, einen reduzierten Ausstattungsstandard sowie durch Förderprogramme, die bei der Haussanierung in Anspruch genommen werden können. Wichtig bei jeder Förderung: Erst sollten Sie sich über die Förderkonditionen informieren, bevor Sie mit der Planung und Ausführung beginnen.

Die großen Kostenfaktoren bei der Haussanierung

Unabhängig davon, ob teil- oder komplettsaniert wird, einige Bereiche müssen fast in jedem Fall erneuert oder mindestens saniert werden. Dies zieht sich vom Dach des Hauses bis zum Kellergeschoss.

Die Geschossdecke

Ist das Dachgeschoss unbewohnt und das Dach nicht gedämmt, lässt sich durch eine Geschossdeckendämmung effizient Energie sparen. Die Kosten liegen zwischen 25 und 75 Euro/ m².

Zwischensparrendämmung © thingamajiggs, stock.adobe.com
Die Dämmung des Daches gehört bei nahezu jeder Sanierung dazu © thingamajiggs, stock.adobe.com

Dachsanierung: Wärmedämmung

Das Dachgeschoss ist gerade in Altbauten eine attraktive Ausbaureserve und wertvoller zusätzlicher Wohnraum. Voraussetzung für die Nutzung ist ein gut gedämmtes Dach. Die Dämmkosten liegen je nach Art der Dämmung (Aufsparren-, Untersparren-, Zwischensparrendämmung) zwischen 100 und 300 Euro / m².

Dachsanierung: Dacheindeckung

Für die Neueindeckung des Daches – auch in den meisten Fällen ein unverzichtbarer Teil der Gebäudesanierung – fallen je nach Dachneigung und Material 25 bis 120 Euro / m² an. Für Dachflächenfenster können Sie pro Fenster ab 800 Euro kalkulieren.

Dachsanierung: Dachgeschossausbau

Soll das Dachgeschoss zum Wohnraum werden, fallen für den Innenausbaus selbst etwa 500 Euro /m² an, die Komplettsanierung kostet ca. 1.000 Euro/ m². Möchten Sie den Wohnraum mit einer Dachgaube erweitern, rechnen Sie mit 5.000 Euro oder mehr pro Gaube.

Außenhülle: Die energetische Gebäudesanierung

Die Dämmung der Außenwände setzt sich aus der Instandsetzung des tragenden Mauerwerks, der eigentlichen Dämmung sowie dem Einbau neuer Fenster und Außentüren zusammen. In der Regel kommen auch noch Abdichtungsarbeiten hinzu. Daraus ergeben sich folgende Kostenfaktoren:

  • Einrüsten des Gebäudes: 15 bis 20 Euro / m² und Woche
  • Wärmedämmverbundsystem: 100 bis 200 Euro / m²
  • Innendämmung: 50 bis 200 Euro / m²
  • Außenanstrich Putzfassade: ab 30 Euro / m²
  • Wärmedämmfenster: ab 650 Euro pro Fenster
  • Außentür: 2.000 bis 8.000 Euro
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Keller: Dämmung der Kellerdecke

Ist die Kellerdecke ungedämmt, wird es im Erdgeschoss fußkalt. Um diesen Effekt zu beseitigen, wird unterseitig an der Kellerdecke eine Dämmung angebracht, dafür fallen ab 50 Euro / m² an.

Wärmepumpe Funktionsweise - Infografik © Trueffelpix, stock.adobe.com
Eine regenerative Heizungsanlage ist mittlerweile gesetzliche Verpflichtung und schlägt bei einer Haussanierung mit Kosten zwischen 10.000 und 40.000 Euro zu Buche © Trueffelpix, stock.adobe.com

Neue Heizungsanlage

Alte Heizungen müssen nach gesetzlichen Vorschriften erneuert werden. Eine neue energieeffiziente Heizungsanlage kostet je nach Technologie zwischen 10.000 und 40.000 Euro, pro Heizkörper müssen Sie mit 500 Euro oder mehr kalkulieren. Kommt eine Solarthermieanlage hinzu, fallen nochmals 6.000 bis 10.000 Euro an, eine PV-Anlage für die Produktion von eigenem Strom kostet ab 10.000 Euro.

Installationsarbeiten: Elektro und Wasser

Wenn saniert wird, dann richtig: In Altbauten entsprechen Elektro- und Wasserleitungen in der Regel nicht mehr unseren Ansprüchen an Komfort und Sicherheit. Wird die Elektrik in einem Einfamilienhaus komplett erneuert, kostet das 110 bis 170 Euro / m², die Erneuerung der Wasserinstallation erhöht die Sanierungskosten um 20 bis 60 Euro / lfd. Meter.

Gesamtkosten für die Haussanierung

Was kostet eine Komplettsanierung? Dieser Frage gehen verschiedene Experten auf den Grund, so auch die Analysten der Deutschen Bank, die 2023 die Sanierungskosten in Hinblick auf die künftigen EU-Anforderungen an die Energieeffizienz für Wohngebäude geprüft haben. Das Ergebnis ist nachvollziehbar: Je schlechter der aktuelle Effizienzstandard eines Gebäudes, umso teurer wird die energetische Sanierung. Geht man davon aus, dass ein Gebäude der schlechtesten Energieeffizienzklasse G mit einem Energieverbrauch zwischen 200 und 249 kWh/m²a zugeordnet ist, fallen allein für die neue Heizung und die Wärmedämmung der Außenhülle eines klassischen Einfamilienhauses bereits durchschnittlich 110.000 Euro an.

Nach einer älteren Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE) aus dem Jahr 2021 liegen die Sanierungskosten für Ein- und Zweifamilienhäuser zum Effizienzhaus 55 je nach Ausgangszustand und Umfang zwischen 520 und 1.470 Euro pro m² Wohnfläche. Diese Zahlen dürften seither angesichts steigender Energie- und Materialkosten noch deutlich angestiegen sein.

Sparmöglichkeiten bei der Haussanierung

Die Sanierung eines Hauses ist teuer, häufig fast so teuer wie ein Neubau. Allerdings gibt es gerade beim Sanieren interessante Einsparmöglichkeiten, die die Gesamtinvestitionskosten deutlich senken können.

Haussanierung, Arbeiter brechen in einem Gebäude, das gerade renoviert wird, eine Wand ein © anatoliy_gleb, stock.adobe.com
Eigenleistungen senken die Gesamtkosten der Sanierung, Abrissarbeiten sind besonders gut geeignet © anatoliy_gleb, stock.adobe.com

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Eigenleistung

Werden Arbeiten an einen Handwerker vergeben, liegt das Verhältnis zwischen Materialkosten und Arbeitslohn zum Teil bei einem Anteil von 20 zu 80 %. Das bringt die Möglichkeit mit, durch die Übernahme von Eigenleistungen deutlich Sanierungskosten einzusparen. Einige Arbeiten eignen sich besonders dafür, vom Bauherrn selbst übernommen zu werden, dazu gehören zum Beispiel Abriss und Entkernung, Malerarbeiten oder Restarbeiten wie das Anbringen von Sockelleisten. Als Grundregel sollte gelten, dass Eigenleistungen möglichst Endleistungen sind, damit es keine Probleme mit der Gewährleistungspflicht des Fachunternehmens gibt. Bedenken sollten Sie auch Ihre Kapazitäten an Zeit sowie Ihr handwerkliches Geschick.

Tapezieren © yunal1, fotolia.com
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Ausstattungsstandard

Sparpotenzial gibt es auch hinsichtlich der Wahl der Bauelemente und Materialien. So kostet ein Fertigparkettboden im Durchschnitt 50 Euro / m², während hochwertiges Laminat schon für den halben Preis zu haben ist; ähnlich ist das Verhältnis bei der Wahl zwischen Holz- und Kunststofffenstern. Bei diesen Entscheidungen sollte jedoch auch Lebensdauer und Qualität immer mitbedacht werden.

Fördermittel Haussanierung © Racamani, stock.adobe.com
Der Staat unterstützt die Sanierung eines Hauses mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten © Racamani, stock.adobe.com

Fördermittel

Gerade im Bereich der Sanierung fördert der Staat Bauherrn und bietet im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) attraktive Förderprogramme für Einzel- und Gesamtmaßnahmen an. Gerade wenn eine Förderung die Finanzierung unterstützen soll, ist es wichtig, sich erst über die aktuellen Förderrichtlinien zu informieren und erst im Anschluss daran mit Planung und Ausführung der Haussanierung zu beginnen.

Zeichnung Garage als Anbau an Einfamilienhaus © schulzfoto, stock.adobe.com
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