Nachkriegsbauten

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Die Nachkriegszeit – einfache Bauweise und knappes Material

Die Bauwerke aus den 1950er Jahren sind in einer Zeit entstanden, in denen alles knapp war – auch das Material. Eine einfache Bauweise und der möglichst sparsame Einsatz von konstruktiven Elementen kennzeichnen diese oft unansehnlich wirkenden Gebäude. Insbesondere der Wärme- und Schallschutz ist aufgrund der kleinen Wandquerschnitte mangelhaft, auch andere Bauteile sind minimal dimensioniert und entsprechen heute kaum mehr den Anforderungen hinsichtlich Energieeinsparung oder Statik. Bei einer Sanierung müssen dementsprechend viele Bauteile verstärkt werden. Ein gutes hat die Bauweise doch: In diesen Häusern sind deutlich weniger Schadstoffe eingesetzt als in später errichteten Bauten.

Wohnhaus aus den 50iger Jahren © Martin Debus, fotolia.com
Wohnhaus aus den 50iger Jahren © Martin Debus, fotolia.com

Hauptsache günstig – Minimalkonstruktionen der 1950er Jahre

Ob als typisches Siedlungshaus oder als Mehrfamilienhaus im innerstädtischen Raum, das Haus der 1950er Jahre ist mit Minimalaufwand gebaut. Das zeigt sich nicht nur an den knapp dimensionierten Außenwänden mit kleinen Fenstern, sondern auch in der inneren Konstruktion. Die Geschossdecken sind oft bereits als Stahlbetondecke ausgeführt und mit Verbundestrich belegt.

An den Schallschutz dachte damals jedoch niemand. In den ebenfalls gering bemessenen Dachstühlen wurde chemischer Holzschutz eingesetzt, geheizt wurde mit Einzelöfen. Einfach verglaste Fenster aus Nadelholz und schmucklose Innenwände und Fassaden gehören ebenfalls zu diesem Altbautyp dazu. Wärmebrücken innerhalb der Konstruktion sind an der Tagesordnung, so sind Balkonplatten in der Regel nicht thermisch getrennt.

Tipp: Häufig sind Häuser aus den 1950erJahren in guter Lage und organisch gewachsenen Strukturen zu finden. Das macht die Immobilien trotz des Sanierungsaufwandes oft zu guten Investitionen und attraktiven Wohnquartieren.
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Sanierungsschwerpunkte

Bad- und Sanitärrenovierung © megakunstfoto, fotolia.com
Sanierung Wohnhaus © megakunstfoto, fotolia.com

Im Grunde genommen muss alles saniert werden, insbesondere der Verbesserung von Wärme- und Schallschutz im Rahmen einer umfassenden energetischen Fassadensanierung kommt eine wichtige Bedeutung zu.

Folgende Modernisierungsarbeiten stehen in vielen Fällen ebenfalls an:

  • Sanierung von Feuchteschäden im Keller- und Sockelbereich
  • Sanierung bzw. Austausch der Balkone, eine Sanierung ist oft schwierig, da die Betonkragarme der Balkonplatten nicht thermisch getrennt sind.
  • Erneuerung der Haustechnik im Bereich von Heizungsanlage, Elektroinstallation und Sanitärinstallation
  • Einbau von Tritt- und Luftschallschutz in den Geschossdecken und auf den Treppen
  • Erneuerung der Dacheindeckung und Verstärkung des Dachstuhls, Einbau von Dämm- und Dichtungsebenen
  • Erneuerung der Kaminköpfe

Schlichte Architektur mit Charme

Die Grundrisse der Häuser aus den 1950er Jahre entsprechen in vielen Fällen nicht den heutigen Anforderungen an Wohnqualität. Hauptsächlich hinsichtlich der Großzügigkeit sind hier im wahrsten Sinne des Wortes oft enge Grenzen gesetzt. Hier sind oft tiefgreifende Veränderungen nötig, um heutige Standards und Bedürfnisse zu erfüllen. In der Regel verfügen die Wohnungen über kleine Bäder und Küchen.

Tipp: Es lohnt sich, auch über unkonventionelle Grundrisslösungen nachzudenken. So können zum Beispiel offene Räume oder Bäder als Verbindungsbereich von Elternschlafzimmer und Gästezimmer oder Kinderzimmer plötzlich unerwartet Platz auch in beengt wirkenden Wohnungen oder Häusern aus den 1950er Jahren schaffen.

Die energetische Sanierung im 1950er Jahre-Haus

Energieausweis Haus © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Energieausweis saniertes Haus © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

In den 1950er Jahren war Energie billig – ganz im Gegensatz zum teuren Material. Deshalb sind heute für die energetische Sanierung dieser Häuser umfassende Maßnahmen nötig, die den Wärmeschutz wie auch den Schallschutz aufwerten. Im Durchschnitt 24 cm dicke Außenwände benötigen eine dicke Dämmschicht, um den Anforderungen an die EnEV zu erfüllen und ein angemessenes Energiemanagement zu ermöglichen.

Ein Problem stellen bei den Häusern dieser Zeit oft die thermisch nicht getrennten Kragarme der Balkone dar. Oft empfiehlt es sich, neue Balkone als freitragende Konstruktion vorzustellen, alternativ kann der Kragarm aufwendig von außen isoliert werden. Hier entscheidet das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auch die Fenster müssen ausgetauscht werden, Einfachverglasungen und thermisch unzureichende Rahmen aus minderwertigem Holz machen diese Maßnahme erforderlich.

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